Kuscheln heißt sich gegenseitig zu reparieren
Wer oft und viel kuschelt, lebt nicht nur glücklicher. Er ist auch weniger anfällig für Stress.
Im Kleinkindalter ist Kuscheln und Körperkontakt ebenso wichtig wie Essen und Trinken. Ein Embryo reagiert bereits in der achten Lebenswoche auf Berührungen im Mutterleib, lange bevor er hören oder sehen kann. Frühgeborene, die im Brutkasten liegen müssen, nehmen bei gleicher Nahrungsaufnahme mehr an Gewicht zu, wenn sie regelmässig gestreichelt werden. Durch Berührungsreize werden nachweislich biochemische Prozesse in Gang gebracht, die zum Wachstum führen.
Auch im Erwachsenenalter wirken Kuscheleinheiten körperlich und seelisch heilsam. Studien zufolge verhalten sich Erwachsene, die oft kuscheln, kooperativer, sind fokussierter und weniger aggressiv. Studenten zum Beispiel trauen sich eher an die Tafel, wenn der Dozent sie vorher am Arm berührt, sie sind selbstbewusster, treten sicherer auf und strahlen mehr Kompetenz aus- das wird allein durch eine beinah flüchtige Berührung ausgelöst. In der Altenpflege macht man sich diese Erkenntnisse zunutze. Körperliche Nähe und Berührungen sind hier fester Bestandteil von Therapie- und Versorgungskonzepten.
Bei Umarmungen schüttet der Körper das Hormon Oxytocin aus, das gegen Stress wirkt. Der Blutdruck sinkt, die Herzfrequenz nimmt ab, das Stresshormon Cortisol wird vermindert, Ängste und Schmerzen verblassen und die Muskulatur entspannt sich. Regelmäßige Umarmungen stärken nachweislich das Immunsystem und machen weniger anfällig für Erkältungsviren.
Also- kuscheln und gesund und zufrieden bleiben.