Zum Hauptinhalt springen

Schaukeln- ein Weg zu Ausgeglichenheit

02. Dezember 2018

Wir glauben oft, dass Schaukeln nur eine Beschäftigung am Spielplatz oder im Garten ist. Oder wir verbinden Schaukeln mit dem Alter- das gemütliche Sitzen im Schaukelstuhl.

Dabei ist Schaukeln so viel mehr.

Schaukeln ist sowohl spannend als auch entspannend. Schaukeln macht sogar schlau, weil es den Gleichgewichtssinn anregt und damit die motorische Entwicklung fördert. Die motorische und die geistige Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden.

Eine Anregung des vestibulären Systems, also des Organs im Innenohr, ist nützlich um die Haltung zu stabilisieren, den Muskeltonus zu normalisieren, es beruhigt und entspannt. Bereits in der 20. Schwangerschaftswoche ist das Gleichgewichtsorgan ausgereift und durch das ständige Schaukeln im Mutterleib werden unzählige Verbindungen im Gehirn geknüpft. Ständig meldet das Gleichgewichtsorgan wo sich unser Körper befindet, in welcher Lage, welcher Stellung, es registriert Drehungen, Bewegungen, Beschleunigungen, Verlangsamung und Vibration.

Ganz automatisch wiegen wir ein Neugeborenes in unseren Armen um es zu beruhigen. Den meisten Kindern macht es Spass sich wild im Kreis zu drehen, bis ihnen schwindlig wird, oder sie lieben es auf der Schaukel angeschubst zu werden, sie mögen wilde Karussells…..all das hat einen Sinn:

Das Drehen, Wippen, Kippen, das steile Auf und Ab, das Beschleunigen und Bremsen bringt das Gleichgewichtsorgan in Aufruhr und trainiert es für seine lebenswichtige Aufgabe.

In der Physiotherapie hat man die positiven Effekte des Schaukelns bereits erkannt und sich zu eigen gemacht. Viele Therapien haben mit dem Körpergefühl und Bewegung wie sanftem Schaukeln zu tun. „Basale Stimulation“ und „sensorische Integrationstherapie“ helfen den Menschen von Geburt an bis ins hohe Alter dabei, ihre Wahrnehmung zu schärfen und zu trainieren.

Es ist nachgewiesen dass Schaukeln Endorphine, Glückshormone, ausgeschüttet werden, diese steigern nicht nur das Wohlbefinden, sondern lindern auch Schmerzen, der Puls sinkt, Stress fällt ab und es fällt leichter zur Ruhe zu kommen. Kein Wunder, dass Kinder die sanft in den Schlaf gewiegt werden, besser einschlafen oder Erwachsene sich in Hängematten hervorragend entspannen können.

Eine Studie berichtet auch davon, dass Kinder in emotionalen Ausnahmesituationen, wie zum Beispiel einer Wutanfall in der Autonomiephase, durch Schaukeln leichter zu beruhigen sind und schneller lernen ihre Emotionen zu regulieren. In dieser Studie wird festgestellt, dass die Stimulation des Gleichgewichtes im Innenohr auch das seelische Gleichgewicht positiv beeinflusst.

Also tanzt, springt, hüpft und dreht und schaukelt!