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Matschen - warum wir es den Kindern ermöglichen sollten

15. August 2018

Matschen- ein wahres Fest für die Sinne

Matschen ist wahre Selbsterfahrung

Was passiert denn eigentlich beim Matschen in der Natur?

Bewegung ist angesagt, die Muskeln werden gestärkt, der Gleichgewichtssinn wird trainiert, die Reaktionsgeschwindigkeit wird gefördert und ausserdem wird der Vitaminhaushalt ins Gleichgewicht gebracht, wenn die Sonne scheint und zudem werden auch unsere Abwehrkräfte gestärkt. Aber- was bringt es für die Entwicklung der Kinder?

Die Grobmotorik wird angeregt- springen in Pfützen, werfen mit Gatschbällen, schütten und graben.

Die Feinmotorik wird ebenso geschult- die Finger vorsichtig durch den Matsch ziehen, Förmchen befüllen, mit Stöcken im Schlamm malen, den Matsch durch die Finger rinnen lassen und so weiter.

Alle Sinne werden angeregt:

Hören, wie der Wald klingt, welche Geräusche es gibt und woher sie kommen. Lauschen, wie es klingt wenn man den Fuss wieder aus dem Matsch zieht, dem Wind zuhören…

Die Augen erkennen Farben, die sich verändern- je nach Schatten und Licht. Sie erkennen, wie das Wasser sich von klar zu braun verfärbt, wenn man reinhüpft.

Die Nase erriecht viele neue Gerüche- nasser Waldboden, Schlamm, Pilze, Blätter- alles hat einen eigenen Geruch.

Selbst die Sprache wird trainiert indem wir die neuen Eindrücke benennen- kalt, warm, kühl, nass, raus, hart, weich, flüssig und uns mit den Kindern darüber austauschen.

Die Haut ist das erste Sinnesorgan, dass in der kindlichen Entwicklung voll funktionsfähig ist. Das „taktile System“- das für den Tastsinn verantwortlich ist, hilft dem Gehirn alle Sinnenreize in Beziehung zu setzen, zu organisieren und zu integrieren. Ohne ausreichende „berührende“ Stimulation des Körpers durch den Tastsinn tendiert das Nervensystem dazu aus dem Gleichgewicht zu kommen. Durch die Möglichkeit zu Matschen helfen wir unseren Kindern ihren Körper besser wahrzunehmen.

 

Also erlauben wir hin und wieder so richtig zu matschen und dreckig und matschig zu werden- wir fördern damit die Entwicklung der Kinder und tun ihnen etwas Gutes.