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Körpersprache der Kinder

22. Juni 2018

„Ein Lächeln sagt mehr als tausend Worte“

Es ist tatsächlich so, dass wir oftmals mehr auf die Gesten und auf die Mimik reagieren als auf das gesprochene Wort.

Überall auf der Welt reden die Menschen mit Händen und Füßen, zwinkern sich zu, hüpfen vor Freude und trauern mit hängenden Schultern- ständig tauschen sie Botschaften aus und kommunizieren miteinander.

Was denken Sie?

Ist die Körpersprache der Kinder reicher, ausdrucksstärker als die der Erwachsenen?

Es ist  recht erstaunlich, herauszufinden, dass die Körpersprache der Kinder nicht reicher als die der Erwachsenen ist.

Das ist dadurch bedingt, dass die Körpersprache der Kinder unmittelbar und ursprünglicher ist, sie wird noch nicht durch Kompensationen bestimmt.

Auf den ersten Blick wird Motorik noch oft mit Körpersprache verwechselt.

Lebhaftigkeit in der Bewegung ist aber noch keine Körpersprache.

Doch wie erlangt das Kind eine ausdrucksstarke Körpersprache?

Die Wechselwirkung zwischen Bezugsperson und Kind prägt jede Art der Kommunikation- auch die nonverbale. Beobachten Sie sich einmal selbst in unterschiedlichen Situationen. Was macht eine Mutter zum Beispiel wenn sich das Kind das Knie stösst? Sie ahmt die Emotionen des Kindes in ihrem Ausdruck nach- das geschieht automatisiert und unbewusst.

In diesen Nachahmungen der Gefühle durch die Mutter lernt das Kind seine eigenen Erfahrungen zu kennen und zu differenzieren. Nur durch unser Feedback kann das sogenannte Prinzip der Wechselwirkung eingeführt werden- das Kind erfährt, dass es durch ein Signal, eine Bewegung seine Umwelt beeinflussen und sich ausdrücken kann.

Bald setzen Kinder dieses erlernte Wissen dann um- zum Beispiel symbolisiert das Kind durch nach oben gestreckte Arme, dass es hochgehoben werden möchte- ganz ohne Worte.

Sehen wir uns zum Beispiel ein Kind von 4 Jahren in seinen Bewegungen an:

Jeder von uns weiss, wie ein Kind aussieht, dass sich gerade mitten in einem Trotzanfall befindet.

Es steht bockig, bleibt unvermittelt stehen- Kinder in der Trotzphase müssen an einem Punkt einfach manchmal anhalten, innehalten- das demonstrieren sie auch mit ihren körperlichen Signalen.

Oft sind die Knie nach hinten durchgestreckt, es wird mit dem Fuss aufgestampft- „das hier ist mein Standpunkt- keiner soll mich davon abbringen“- das kommunizieren Kinder auch mit ihrem Körper.

Es lohnt sich, seine Kinder einmal aus diesem Blickwinkel zu beobachten und auch zu versuchen seine persönlichen Signale zu bemerken und zu überdenken- oftmals stimmen unsere gesprochenen Worte gar nicht mit dem überein, was unser Körper mitteilt.

Die Kommunikation und das Verständnis füreinander hängen zum größten Teil von unserer Körpersprache ab- und wenn wir uns automatisierte Abläufe bewusst machen, können wir unsere Körpersprache auch bewusst und zielführend einsetzen.

Gerne erarbeite und erläutere ich diverse Beispiele und Hintergründe mit Ihnen zusammen in einem Workshop.